Fischereischeinpflicht

Wer in Sachsen Angeln möchte, benötigt neben dem Erlaubnisschein des Fischereirechtsinhabers am auserwählten Gewässer als grundlegende Legitimation einen gültigen Fischereischein. Ausnahmen dazu regelt das Sächsische Fischereigesetz in aktueller Fassung. Der Fischereischein ist ein behördliches Dokument, mit dem die öffentlich rechtliche Genehmigung zur Ausübung der Fischerei mit Handangeln erteilt wird. Der Fischereischein dokumentiert, dass der Inhaber über die notwendigen Kenntnisse zur fach- und sachgerechten Ausübung der Angelfischerei, zum tierschutzgerechten Umgang mit Fischen und zum ordnungsgemäßen Verhalten in der Natur besitzt. Kinder und Jugendliche können ab dem vollendeten 9. Lebensjahr einen Jugendfischereischein beantragen, der maximal bis zum vollendeten 16. Lebensjahr gilt. Dazu finden Sie detaillierte Informationen im Menüpunkt "Fischereischein / Kinder & Jugend".

Gesetzliche Grundlagen

Gesetzliche Grundlage für die Ausübung der Angelfischerei bilden das Sächsische Fischereigesetz (SächsFischG) und die Sächsische Fischereiverordnung (SächsFischVO). Beide geben dem Angler den rechtlichen Rahmen vor, der bei der Ausübung der Angelfischerei einzuhalten ist.

Fischereibehörde

Die zuständige sächsische Behörde für die Erteilung und Ausstellung von Fischereischeinen ist die Fischereibehörde, die ihren Hauptsitz in Königswartha hat. Zudem gibt es Außenstellen in den Regierungsbezirken Dresden, Chemnitz und Leipzig.

Wohnsitzprinzip

In Sachsen gilt das so bezeichnete Wohnsitzprinzip. Personen mit Hauptwohnsitz im Freistaat Sachsen benötigen zum Fischfang einen ordnungsgemäß ausgestellten und gültigen Fischereischein der sächsischen Fischereibehörde.

Besonderer Fischereischein für Personen mit Behinderung

Schwerbehinderten Personen (Schwerbehindertenausweis mit einem "H" oder Nachweis einer geistigen Behinderung, die allein einen Grad der Behinderung von 50 bedingt) können einen Antrag (Formular hier) auf Erteilung eines Fischereischeins ohne Fischereiprüfung stellen. Mit diesem besonderen Fischereischein darf der Inhaber die Angelfischerei aber nur in Begleitung eines volljährigen Fischereischeininhabers ausüben.

Fischereischeine anderer Bundesländer

Wer in einem anderen Bundesland wohnhaft ist (Wohnsitz gemäß Ausweisdokument) und dort den Fischereischein erwirbt, besitzt damit auch einen in Sachsen gültigen Fischereischein. Dies ist durch die Übereinkunft der Bundesländer zur gegenseitige Anerkennung der Fischeischeine geregelt. Die Gültigkeit bleibt bis zum Ablauf der aus dem Schein ersichtlichen Dauer (ggf. auf Lebenszeit) bestehen. Wenn der Inhaber seine Hauptwohnung nach Sachsen verlegt, kann ein sächsischer Fischereischein beantragt werden.

Gastfischereischein

Gäste und Besucher in Sachsen, die ihren Hauptwohnsitz nachweislich außerhalb des Geltungsbereichs des deutschen Grundgesetzes haben, kann auf Antrag (Formular hier) gegen Vorlage ihres Ausweisdokuments und ihres ausländischen Fischereischeins ein Gastfischereischein ohne Fischereiprüfung ausgestellt werden. Dieser ist vom Ausstellungstag 30 Tage gültig und kostet derzeit 7,- Euro. Neben der Fischereibehörde können auch die Anglerverbände (AV Südsachsen Mulde/Elster e.V., AV Leipzig e.V., AV "Elbflorenz" Dresden e.V.) dieses Dokument austellen. Dazu ist eine Terminvereinbarung notwendig.

Ausnahmen zur Fischerscheinpflicht

„Eine Fischereischeinpflicht besteht nicht für Personen, die das sechzehnte Lebensjahr  noch nicht vollendet haben, wenn sie an einer Veranstaltung der Anglervereine teilnehmen und von sachkundigen Vertretern der Anglervereine beaufsichtigt werden. Die Fischereibehörde kann in besonderen Fällen, insbesondere für Teilnehmer an fischereilichen Veranstaltungen, weitere Ausnahmen von der Fischereischeinpflicht zulassen.“ (SächsFischG § 20, Abs. 3). Dafür ist aber stets die Erlaubnis des Fischerechtinhabers am Gewässereinzuholen und die Veranstaltung ist diesem vor Durchführung anzuzeigen.